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Ihre Chancen in der Welt des Geldes - Unternehmensberater

Unternehmensberater für Banken und Finanzdienstleister - Sie rollen an mit Laptops, Handys, dunklen Anzügen und weißen Hemden. Sie sind immer im Streß, wissen alles besser, jetten von einem Ort zum anderen, organisieren Arbeitsabläufe und straffen den Personalbestand. Die Branche boomt. Berater sind gefragt wie nie. Und hinter den Klischees steckt eine hochinteressante Perspektive, sowohl für Hochschulabsolventen als auch für praxiserprobte Quereinsteiger.

Die einschlägigen Stellenmärkte zeigen auf einen Blick: Die Berater haben Hochkonjunktur. Kaum ein Unternehmen der Beratungsbranche - seien es die "Kleinen", die "Mittleren" oder die sogenannten "großen Strategieberater" - ,das nicht in regelmäßigen Anzeigen nach Verstärkung der Mannschaft sucht. Der steigende Bedarf an dieser Dienstleistung, gerade im Finanzgewerbe, kommt nicht von ungefähr: Seit Jahren verschlanken sich die Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister, um dem zunehmenden Druck des Wettbewerbs und der Shareholder standzuhalten. Die Anforderungen jedoch, die der Gesetzgeber in nicht enden wollendem Erfindungsreichtum stellt, die bevorstehende Jahrtausendwende und die Einführung des Euro sind die auslösenden Faktoren, die in vielen Instituten temporäre Unterstützung durch Externe notwendig machen.

Beratungsdienstleistung wird in unterschiedlichen Facetten nachgefragt. Zum einen geht es um die Lösung strategischer Fragen, die viele Häuser nicht mehr mit eigenen, im Tagesgeschäft verhafteten Mitarbeitern lösen können. Hier erhofft man sich vom Berater vor allem auch die Transferleistung, mit anderen Methoden und Ideen Geschäftssparten zu optimieren bzw. zu überprüfen, ob der eingeschlagene Weg auch wirtschaftlich und zukunftsträchtig sein kann. Zum anderen gibt es das "Body-Lease-Geschäft". Dabei werdenBerater angefordert, um bestimmte Neuerungen - zum Beispiel die Einführung eines komplexen EDV-System -als ganzheitliches Konzept umzusetzen,

Die Spanne der Tätigkeitsfelder ist für den Unternehmensberater im Finanzdienstleistungsbereich weit gefaßt. Die Haupteinsatzfelder sind immer die "Problemzonen" des Kunden. Derzeit betrifft dies die Euro-Umstellung, Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen wie zum Beispiel der Mindestanforderungen für die Handelsgeschäfte der Banken, der Novellen des Kreditwesengesetzes, der Euro- oder der Jahr-2000-Umstellungen oder der Migrationen auf andere EDV-Systeme. Daneben gibt es natürlich noch unzählige andere Geschäftsbereiche, auf die sich spezialisierte Beratungsgesellschaften stürzen, wie zum Beispiel die Gestaltung des Internet- Auftrittes oder die Einführung bestimmter Vorgehensweisen in einzelne Geschäftssparten, wie zum Beispiel die Implementierung eines Scoring-Modells im Kreditmengengeschäft.

Kaum ein Berufsbild kann so spannend und abwechslungsreich sein wie in dieser Branche. Das betrifft sowohl die kontinuierliche Beschäftigung mit den verschiedensten Kunden und ihren unterschiedlichen Problemen wie auch die interne Organisation. Für jedes Projekt stellt die Beratungsgesellschaft ein unterschiedliches Team zusammen. Der Berater - egal ob als Consultant oder als auch als projektleitender Manager - muß sich rasch sowohl auf unterschiedliche Kollegen und Mitarbeiter als auch auf die wechselnden Ansprüche seiner Kunden einstellen können. Die unablässige Bereitschaft, sich über die Neuerungen auf verschiedensten Gebieten auf dem Laufenden zu halten bzw. sich auch in unbekannte Themenkreise schnell einzuarbeiten, ist unabdingbar. Dies entspricht auch dem Anspruch der Beratungsgesellschaften, dem Kunden immer einen Schritt voraus zu sein. Immerhin bezahlt der Kunde für diese Dienstleistung in der Regel auch ein ordentliches Honorar, meist basierend auf der Anzahl der geleisteten Beraterstunden.

Beratungsgesellschaften profitieren vom internen Austausches des kollektiven Know-hows. Darum wird die Aus- und Weiterbildung sowie der Erfahrungsaustausch sehr gefördert und vom Mitarbeiter gefordert, in den großen Gesellschaften auch auf internationaler Ebene. Workshops, Meetings, Seminare und sonstige Veranstaltungen bis hin zu internen Wissensdatenbanken und Researchabteilungen sind feste Bestandteile des Arbeitsalltages. Genauso groß geschrieben wird in der Regel die Dokumentation der Analysen und Ergebnisse für die "Nachwelt".

Die Ausbildungsvoraussetzungen für einen Einstieg in die Beratung sind für Berufseinsteiger und für Quereinsteiger in der Regel ein Hochschulstudium - oft ist ein Prädikatsexamen gewünscht - der Wirtschaftswissenschaften, der Informatik, der Mathematik oder der Physik. Für Hochschulabsolventen geben die großen Gesellschaften bereits an der Uni Informationen über einen Einstieg, vielfach in Form von Roadshows oder Beratungstagen. Die traditionell eher hohe Fluktuation - nicht zuletzt dadurch bedingt, daß Berater häufig von den Kunden abgeworben werden - und die derzeit hervorragende Auftragslage der Branche erfordern heutzutage zunehmend die Rekrutierung von praxiserprobten und führungserfahrenen Mitarbeitern, die relevante Fachgebiete beherrschen und direkt als Manager oder Teamleiter einsteigen.

Die Hierarchien sind in der Beratung sehr flach. Häufig finden sich nur drei Ebenen: der Consultant, der als Mitarbeiter in die Projekte eingegliedert wird; der Manager oder Teamleiter, der die Projektkoordination und die Budgetverantwortung trägt und die Geschäftsleitung bzw. die Partner, die sich neben der Projektsteuerung auch um die Akquisition neuer Beratungsaufträge kümmert. Die interne Beurteilung ist leistungs- und erfolgsorientiert, so daß gute Mitarbeiter schon in jungen Jahren Führungsverantwortung für Teams übernehmen können.

Die Beratungstätigkeit sorgt aufgrund ihrer Struktur in jedem Falle für überdurchschnittlich steile Lernkurven sowohl im fachlichen als auch im persönlichen Bereich und bildet daher eine hervorragende Grundlage auch für weitere Karriereschritte. In jedem Falle sollte der angehende Berater ein hohes Maß an analytischen und konzeptionellen Fähigkeiten mitbringen. Die Tätigkeit erfordert eine hohe Belastbarkeit und Einsatzbereitschaft. Oft starten Projekte unter zeitlichem Druck. Die meisten Gesellschaften arbeiten überregional. Der Berater verbringt die Woche in der Regel vor Ort beim Kunden und muß entsprechend mobil sein.